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Hyperlipidämie – wenn der Fettstoffwechsel gestört ist

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Das Wichtigste in Kürze: Der Fettstoffwechsel ist ein ausgeklügeltes System des Körpers, das verschiedene Arten von Fetten nutzt und im Gleichgewicht hält. Eine Störung dieses Systems nennt man Fettstoffwechselstörung oder Hyperlipidämie. Sie zeichnet sich durch erhöhte Blutfettwerte aus. Eine Hyperlipidämie kann genetisch bedingt sein oder durch Vorerkrankungen sowie einen ungünstigen Lebensstil verursacht werden. Es gibt drei Arten, je nachdem, welcher Blutfettwert betroffen ist. Eine ärztlich abgestimmte Behandlung ist unbedingt erforderlich, da das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine Hyperlipidämie steigt.

Fette werden oft als ungesunder Teil der Nahrung abgetan, dabei sind sie für den Körper überlebenswichtig. Durch das ausgeklügelte System des Fettstoffwechsels werden Fette verarbeitet und genutzt. Ein gestörter Fettstoffwechsel kann jedoch schwerwiegende Folgen haben. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um den Fettstoffwechsel und die Hyperlipidämie.

Wie funktioniert der Fettstoffwechsel?

Als Fettstoffwechsel werden alle Vorgänge im Körper bezeichnet, die die Verdauung, den Transport und den Abbau von Fetten sowie deren Speicherung umfassen. Er ist wichtig für den Energiehaushalt, die Zellstrukturen und die Hormonproduktion des Körpers. Er umfasst verschiedene Schritte:

  • Fettverdauung:
    Damit sie durch die Darmwand in den Blutkreislauf aufgenommen werden können, müssen die mit der Nahrung aufgenommenen Fette in Magen und Darm zunächst zerkleinert werden.
  • Fetttransport:
    Mit Hilfe von Eiweißen werden die Fette zu den Körperzellen transportiert.
  • Fettspeicherung:
    Einige überschüssige Fette werden als Energiereserve im Fettgewebe gespeichert. Bei starker körperlicher Anstrengung oder längeren Hungerphasen greift der Körper auf diese Reserven zurück.
  • Abbau von Fetten:
    Der Körper kann einige Fette abbauen, um daraus Energie zu gewinnen; andere werden in Gallensäure umgewandelt und ausgeschieden.

Der Fettstoffwechsel ist ein raffiniertes System des Körpers. Die verschiedenen Fette werden auf unterschiedliche Weise genutzt und gleichzeitig in Balance gehalten.

Welche Fette gibt es im Blut?

Es gibt verschiedene Arten von Fetten, die auch als Lipide bezeichnet werden. Ein Teil davon wird vom Körper selbst hergestellt, ein anderer Teil wird über die Nahrung aufgenommen.

  • Triglyceride:
    Diese natürlich vorkommenden Fette werden mit der Nahrung aufgenommen und dienen der Energieversorgung. Der Körper kann Triglyceride aber auch selbst herstellen: Wenn wir zu viel Alkohol oder zu viele Kohlenhydrate in Form von Zucker oder Stärke zu uns nehmen, wird diese überschüssige Energie in Triglyceride umgewandelt und im Fettgewebe „für schlechte Zeiten“ gespeichert. Neben der Energieversorgung sind Triglyceride wichtig als Wärmeisolierung und als schützendes Polster für Organe.
  • Cholesterin:
    Der Körper benötigt Cholesterin für die Zellmembranen, für die Bildung von Gallensäure und als Grundbaustein für Hormone. Außerdem wird es für verschiedene Stoffwechselprozesse eingesetzt. Größtenteils stellt der Körper das Cholesterin selbst her, nur ein kleiner Teil wird über die Nahrung aufgenommen. Man unterscheidet zwischen HDL- und LDL-Cholesterin: LDL-Cholesterin wird von der Leber weg, HDL-Cholesterin zur Leber hin transportiert.
  • Lipoprotein(a):
    Lipoproteine bestehen aus Eiweißen und Lipiden und ermöglichen so den Transport von Lipiden im Blut. Lipoprotein(a) ist ein Bestandteil der Blutfette und ähnelt in seiner Struktur dem LDL-Cholesterin. Im Gegensatz zum LDL ist der Lipoprotein(a)-Spiegel im Blut fast ausschließlich genetisch bedingt. Man kann ihn durch Ernährung oder Sport kaum beeinflussen, was ihn zu einem wichtigen, eigenständigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen macht.
  • Phospholipide:
    Als Hauptbestandteile der Plasmamembran und des Gewebes im Körper sind Phospholipide essenziell für alle wichtigen Zellprozesse.
  • Freie Fettsäuren:
    Im Gegensatz zu anderen Fetten sind diese nicht in größeren Molekülen gebunden und schwimmen mehr oder weniger „frei“ im Blutplasma. Sie dienen als Energielieferanten und wirken als Signalstoff, der unter anderem auch das Hungergefühl steuern kann.

Ein erhöhter Wert der Blutfette kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Vor allem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt dadurch an.

Was ist eine Hyperlipidämie?

Wenn der Fettstoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät und sich die Fette im Blut vermehren, spricht man von einer Fettstoffwechselstörung oder Hyperlipidämie. In der Regel sind die Cholesterin- und Triglyceridwerte dafür ausschlaggebend, während andere Fette eher selten eine Störung verursachen.

Selten treten Symptome auf, Betroffene haben in der Regel zunächst keine Beschwerden. Genau das ist jedoch gefährlich, denn auf Dauer steigt durch die erhöhten Blutfette das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Hyperlipidämie wird häufig erst durch auftretende Folgeerkrankungen erkannt.

Diese Folgeerkrankungen können durch eine Hyperlipidämie auftreten:

  • Atherosklerose:
    Durch zu viel LDL-Cholesterin entstehen Ablagerungen, auch Plaques genannt, in den Gefäßwänden. Die Gefäße werden enger und starrer. Dies kann weitere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zur Folge haben.
  • Thrombose (Blutgerinnsel):
    Wenn eine Plaque aufreißt, bildet der Körper ein Blutgerinnsel, um die Stelle zu „flicken“. Dieses Gerinnsel kann das Gefäß auch komplett verstopfen.
  • Koronare Herzkrankheit:
    Durch Ablagerungen in den Gefäßwänden sind die Herzkranzgefäße verengt. Der Herzmuskel wird schlechter durchblutet und erhält weniger Sauerstoff. Brustschmerzen und Atemnot sind die Folge.
  • Herzinfarkt:
    Durch den vollständigen Verschluss von einem oder mehreren Herzkranzgefäßen stirbt das Herzmuskelgewebe ab. Dies kann lebensbedrohlich sein.
  • Durchblutungsstörung im Gehirn:
    Durch eine Atherosklerose oder ein Gerinnsel wird das Gehirn unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Es kann zu kleinen Ausfällen führen, wie Schwindel, Konzentrationsstörungen oder plötzlichen Lähmungen.
  • Schlaganfall:
    Ein vollständiger Verschluss einer Arterie im Gehirn führt zu einer lebensbedrohlichen Durchblutungsstörung. Als Folge können Nervenzellen beschädigt werden oder absterben.
  • Schaufensterkrankheit:
    Die Beine werden durch verengte Gefäße nicht mehr ausreichend durchblutet, was beim Gehen zu Schmerzen führt. Betroffene müssen ständig stehen bleiben, wie beim Schaufensterbummel.
  • Nierenfunktionsstörung und Nierenversagen:
    Die feinen Gefäße der Niere verkalken, was langfristig zu Nierenversagen führen kann.

Welche Formen der Hyperlipidämie gibt es?

Mediziner:innen unterscheiden drei Formen der Hyperlipidämie. Der Unterschied liegt im jeweils erhöhten Blutfett.

  • Hypercholesterinämie:
    Diese Form der Fettstoffwechselstörung ist durch einen erhöhten Cholesterinspiegel gekennzeichnet. Sie kann die Folge eines ungesunden Lebensstils mit fetthaltiger Ernährung, wenig Bewegung und Übergewicht sein. In diesem Fall spricht man von einer erworbenen Hypercholesterinämie. Eine Hypercholesterinämie kann jedoch auch genetisch bedingt sein. In diesem Fall wird sie als familiäre Hypercholesterinämie bezeichnet.
  • Hypertriglyceridämie:
    Erhöhte Triglyceridwerte im Blut können durch einen hohen Alkoholkonsum oder Stoffwechselstörungen im Fett- oder Zuckerhaushalt, wie beispielsweise Diabetes, vor allem Typ 2, verursacht werden. Die Werte lassen sich durch Lebensstil und Ernährung gut beeinflussen.
  • Gemischte Hyperlipidämie/Dyslipidämie:
    Hierbei handelt es sich um eine Mischform, bei der nicht nur ein Wert erhöht ist: Das LDL-Cholesterin im Blut ist erhöht, gleichzeitig sind die Triglyceride erhöht oder es ist zu wenig HDL-Cholesterin im Blut. Es ist auch möglich, dass alle drei Werte außerhalb des gesunden Bereichs liegen.

Die Ursachen einer Hyperlipidämie

Je nach Ursache lässt sich die Hyperlipidämie, auch Fettstoffwechselstörung genannt, in zwei Kategorien einteilen:

  • Die primäre Fettstoffwechselstörung ist genetisch bedingt.
  • Die sekundäre Fettstoffwechselstörung wird durch die Lebensweise der Betroffenen oder durch Vorerkrankungen ausgelöst.

Alkoholüberkonsum, Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Lebererkrankungen oder Adipositas können beispielsweise Auslöser einer sekundären Fettstoffwechselstörung sein. Neben diesen Vorerkrankungen hat auch der Lebensstil einen wichtigen Einfluss auf die Entstehung einer Hyperlipidämie.

Behandlung der Hyperlipidämie

Erhöhte Blutfettwerte sollten unbedingt in ärztlicher Absprache behandelt werden, um das Risiko für weitere gesundheitliche Probleme zu verringern. Die Behandlung setzt sich in der Regel aus einer Umstellung des Lebensstils und der Einnahme von Medikamenten zusammen. Über die richtige Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich der Fettstoffwechsel verbessern. Oft sind aber darüber hinaus Medikamente notwendig. Diese sollten Sie gewissenhaft einnehmen, um schwerwiegende Erkrankungen zu vermeiden.

Wie bei vielen chronischen Erkrankungen spielt auch bei der Fettstoffwechselstörung Prävention eine wichtige Rolle: Mit verschiedenen Maßnahmen rund um einen gesunden Lebensstil kann jede und jeder einem erhöhten Cholesterinspiegel vorbeugen. Außerdem ist es empfehlenswert, regelmäßig die Blutfettwerte, insbesondere die LDL-Cholesterinwerte, überprüfen zu lassen.

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