Das Wichtigste in Kürze: COPD ist eine chronische Lungenerkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft entzündet und dadurch verengt sind. Die Lunge ist so in ihrer Funktion eingeschränkt. Typische COPD-Symptome sind Atemnot, Husten, Auswurf und eine geringere Belastbarkeit. Betroffen sind vor allem Raucher:innen im mittleren und fortgeschrittenen Alter. Zwar ist COPD nicht heilbar, die Erkrankung lässt sich jedoch häufig gut behandeln. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie aktiv werden, mit dem Rauchen aufhören und die ärztlichen Behandlungsempfehlungen umsetzen.
In Deutschland leiden fast sieben Millionen Menschen an COPD. In diesem Artikel erfahren Sie, was COPD für eine Krankheit ist.
Definition: Was bedeutet COPD?
COPD ist die Abkürzung für „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“. Auf Deutsch bedeutet dies chronisch-obstruktive Lungenerkrankung.
Der Begriff COPD setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen:
- chronic = dauerhaft, chronisch
- obstructive = einengend oder verengend
- pulmonary = die Lunge betreffend
- disease = Krankheit
Die meisten kennen diese Erkrankung unter dem Begriff Raucherlunge oder Raucherhusten. Der Raucherhusten ist jedoch nur eines von vielen möglichen Symptomen, unter denen Menschen mit COPD leiden.
COPD-Ursachen: Was sind Gründe für die Erkrankung?
Die häufigste Ursache für COPD ist das Rauchen. Aber auch Nichtraucher:innen können an COPD erkranken. Das kann zum Beispiel durch Passivrauch oder andere Risikofaktoren geschehen:
- Rauchen und Passivrauchen: Hauptursache für COPD
- Schadstoffe in der Luft: Feinstaub, Smog und Luftverschmutzung erhöhen das Risiko.
- Berufliche Belastung: Staub, Chemikalien oder Dämpfe am Arbeitsplatz
- Genetische Faktoren: z. B. Alpha-1-Antitrypsin-Mangel
- Wiederholte Atemwegsinfekte in der Kindheit: können chronische Entzündungen begünstigen
COPD tritt allmählich auf – und meist erst ab dem 40. Lebensjahr. Früher waren zum Großteil Männer von der Krankheit betroffen. In den letzten Jahren sind aber auch die Fallzahlen bei Frauen gestiegen.
Wie entsteht COPD?
Menschen mit COPD leiden meist unter einer fortdauernden Atemwegsentzündung. Diese entwickelt sich in der Regel über viele Jahre und führt dazu, dass das Atmen zunehmend schwerfällt. Grund dafür sind dauerhafte Veränderungen der Atemwege und des Lungengewebes. In fortgeschrittenen Stadien kann sogar das Atmen im Ruhezustand schwierig werden.
So verändert sich die Lunge bei COPD:
- Bei einer chronischen Entzündung der kleinen Atemwege kann es zu einer erhöhten Schleimproduktion kommen. Normalerweise wird dieser Schleim abtransportiert von den sogenannten Flimmerhärchen. Sind diese jedoch geschädigt, staut sich der Schleim in den kleinen Atemwegen – das Atmen fällt schwerer.
- Durch die chronische Entzündung der Atemwege und des Lungengewebes wird das Gewebe im Laufe der Zeit hart und vernarbt. Dadurch kann die Lunge nicht mehr richtig arbeiten.
Diese Veränderungen führen dazu, dass weniger Luft ein- und ausgeatmet werden kann. Dadurch treten typische Beschwerden wie Atemnot, Husten und Auswurf auf.
COPD-Symptome: Atemnot, Husten und weitere Warnzeichen
Typische erste Anzeichen für eine COPD lassen sich unter dem Kürzel AHABIB zusammenfassen. Dieses steht für:
A – Atemnot (in Ruhe, bei Belastung, nachts)
H – Husten (vermehrt)
A – Auswurf (Zunahme und/oder Verfärbung des Schleims)
B – Belastbarkeit (schlechter, kürzere Gehstrecke, weniger Treppenstufen am Stück)
I – Infektzeichen (Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen)
B – Bedarfsspray (mehr Hübe pro Tag notwendig)
Treten diese Symptome auf, sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden. Da sich eine COPD oft schleichend entwickelt, ist es umso wichtiger, in den eigenen Körper hineinzuhören, um die Krankheitszeichen frühzeitig zu erkennen. Denn eine COPD ist zwar nicht heilbar, sie lässt sich aber gut behandeln.
Atemnot ist ein besonders typisches Anzeichen für COPD
Atemnot ist eines der häufigsten Symptome bei COPD. Sie entsteht, weil die Atemwege verengt sind und die Luft nicht mehr vollständig ausgeatmet werden kann. Betroffene haben also meist weniger Probleme beim Einatmen als beim Ausatmen. Das führt dazu, dass die verbrauchte Luft teilweise in der Lunge zurückbleibt und im Blut anfallendes Kohlendioxid nicht abtransportiert werden kann – es entsteht das Gefühl von Atemnot.
Wann zum Arzt?
Haben Sie vermehrt Atemnot, Husten oder benutzen öfter als gewohnt das Bedarfsspray, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Das gilt auch, wenn bei Ihnen bereits eine COPD bekannt ist. Auch eine sinkende Belastbarkeit – etwa beim Treppensteigen – kann ein Warnzeichen sein.
Lassen Sie im Zweifel lieber frühzeitig ein Symptom abklären, auch wenn es für Sie noch undeutlich erscheint. Das gibt Ihnen Sicherheit – und trägt zu Ihrem Wohlbefinden bei.
Wie wird COPD diagnostiziert?
Die Diagnose COPD wird in der Regel mithilfe einer Spirometrie gestellt. Bei diesem Lungenfunktionstest wird gemessen, wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können und wie schnell dies geschieht. So kann eine Verengung der Atemwege festgestellt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig für einen positiven Verlauf der Erkrankung.
Wie ausgeprägt ist Ihre COPD? Peak-Flow-Messung gibt Auskunft
Die Peak-Flow-Messung ist ein einfacher Test, mit dem Sie Ihre Lungenfunktion regelmäßig überprüfen und den aktuellen Zustand Ihrer Erkrankung kontrollieren können.
In das sogenannte Peak-Flow-Meter müssen Sie nur einmal kräftig hineinatmen. Der Peak-Flow-Wert gibt die Weite der Atemwege an. Hohe Werte bedeuten, dass die Atemwege relativ frei sind. Niedrige Werte weisen auf verengte Atemwege oder eine Verschlechterung hin. Sinkende Werte sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wie wird eine COPD behandelt?
Bei der Behandlung von COPD ist es entscheidend, dass Sie als Betroffene:r aktiv werden. Mit diesen zentralen Maßnahmen kann die Lungenfunktion meist länger aufrechterhalten werden:
- Rauchstopp
- Körperliche Aktivität
- Medikamentöse Therapie
- Drohende akute Verschlechterungen (Exazerbationen) erkennen und handeln
Ist COPD heilbar?
Die COPD ist eine ernste, nicht heilbare Erkrankung. Ihr weiterer Verlauf kann jedoch durch eine entsprechende COPD-Behandlung günstig beeinflusst werden.
COPD-Stadien: Wie schwer ist die Erkrankung?
Die COPD ist eine sehr komplexe Erkrankung und verläuft nicht bei allen Betroffenen gleich. Aus diesem Grund nutzen Ärzt:innen Klassifikationen, um verschiedene Formen und Verläufe der Erkrankung zu unterscheiden.
Früher wurden verschiedene Typen von Patient:innen wie der sogenannte „Pink Puffer“ oder „Blue Bloater“ definiert:
- „Pink Puffer“: eher untergewichtige Menschen mit COPD, die vorrangig unter Atemnot leiden und durch heftiges Atmen eine rötliche Gesichtsfarbe entwickeln
- „Blue Bloater“: eher übergewichtige Menschen mit COPD, die unter vermehrtem Auswurf leiden und durch die schlechte Sauerstoffversorgung des Blutes eine bläuliche Gesichtsfärbung haben können
Heute werden diese Kategorien eher nicht mehr verwendet. Stattdessen arbeiten Ärzt:innen meist mit den GOLD-Stadien („Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“). Die GOLD-Stadien reichen von leicht (GOLD 1) bis sehr schwer (GOLD 4) und beschreiben den Schweregrad der COPD. Die Einteilung basiert auf der Lungenfunktion und hilft dabei, die bestmögliche Behandlung zu finden. Mehr zu den GOLD-Stadien erfahren Sie hier.